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| Grenzenlose Forschung auf Kosten der Menschenwürde |
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| Geschrieben von: Jakobus Dorloff |
| Donnerstag, 06. August 2009 um 20:13 Uhr |
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Of Mice, Men and In-Between, Von Rick Weiss, Washington Post, 20.11.2004 (freie Übersetzung und Anmerkungen in Klammern: Jakobus Dorloff)
Biologen nennen diese Hybridwesen Chimären, nach der griechischen Mystengestalt mit dem Löwenkopf, dem Ziegnkörper und dem Schlangenschwanz. Sie sind Produkte von Experimenten, in denen menschliche Stammzellen in sich entwickelnde tierische Föten eingepflanzt werden.
Chimären erlauben Wissenschaftlern erstmals die Beobachtung von sich entwickelnden menschlichen Zellen, heranwachsenden Organen und deren Interaktion - nicht in der kalten Isolation von Reagenzgläsern, sondern in den Körpern von lebendigen Wesen. Einige haben bereits tief verborgene Geheimnisse der Humanbiologie gelüftet und weisen den Weg zu neuen medizinischen Behandlungsmöglichkeiten. Mangels gesetzlicher Richtlinien schwebt aber eine heikle Frage über dieser Arbeit: Wie menschlich muss eine Chimäre sein, damit eine strengere Gesetzgebung für die Forschung wirksam wird?
"Dies ist ein Gebiet, auf dem wir wirklich zu einem angemessenen Konsens kommen sollten." sagte James Battey, Vorsitzender des National Institutes of Health's Stem Cell Task Force. "Wir müssen eine verbindliche Richtlinie erlassen, aus der hervorgeht, was die wissenschaftliche Gemeinde tun darf und was sie zu unterlassen hat." Jenseits von Zwillingen und Müttern
"Chimären sind nicht so seltsam und fremd, wie sie auf den ersten Blick wirken", sagt Henry Greely, Juraprofessor und Ethiker an der Stanford University, der Vorschläge für die Schaffung von Mensch-Maus-Chimären an seiner Universität geprüft hat.
Bei Experimenten wie diesen, teilte Greely der Hochschule im letzten Monat mit: "Es gibt ein nicht triviales Risiko bei der Vergabe von einigen bezeichnenden Aspekten der Menschlichkeit" an das Tier. Greely und seine Fachkollegen wurden nicht einig darüber, dass solche Experimente nie stattfinden sollten. Allerdings haben er und viele andere Philosophen mit der Frage gekämpft, warum so viele Menschen glauben, dass es falsch ist, die Artengrenze zu durchbrechen. Spiegelt diese Abneigung das Verständnis eines wichtigen Naturgesetzes wider? Oder handelt es sich nur um eine weitere kulturelle Befangenheit, wie die einstige weit verbreitete Ablehnung der Heirat zwischen verschiedenen Rassen. Viele berufen sich auf die häufig wiederholte Bibelstelle, dass Tiere sich "in Ihrer eigenen Art" vermehren sollen, dass solche Experimente falsch wären. Andere aber sind überein gekommen, dass das Kernproblem nicht unbedingt die Erschaffung der Chimären ist, sondern vielmehr die Art, wie diese behandelt werden. Stellen sie sich folgendes vor, sagt Robert Streiffer, ein Professor der Philosophie und Bioethik an der University of Wisconsin, ein Mensch-Schimpanse-Chimäre, ausgestattet mit der Fähigkeit zu sprechen und einem erweiterten Potenzial zu lernen - was viele als einen humanzee bezeichnen.
Ein Durchbruch in der Forschung Das Potenzial von Chimären als Forschungswerkzeuge wurde schon vor Jahrzehnten klar, in einer Reihe dramatischer Experimente von Evan Balaban, der heute an der McGill University in Montreal tätig ist. Balaban nahm einen kleinen Teil des Gehirns von sich entwickelnden Wachteln und transplantierte es in die sich entwickelnden Gehirne von Hühnern.
Die ausgewachsenen Hühner boten ein lautstarkes Trillern dar und hatten das einzigartige Kopffotm von Wachteln, was belegt, dass die transplantierten Teile des Gehirns die neuronale Schalttafel für den Wachtelruf enthielt. Das lieferte auch den erstaunlichen Beweis, dass komplexe Verhaltensweisen über die Artengrenze hinweg transportiert werden können. Niemand hat bisher ähnliche Experimente mit, sagen wir, Menschen und Affen vorgeschlagen. Aber die Endeckung von menschlichen embryonalen Stammzellen erlaubte es Forschern sich auszumalen, was ähnliche Experimente nicht alles über das embryonale Wachstum aufdecken könnten. Das radikalste Experiment, das bisher noch nicht durchgeführt wurde, wäre, einem tierischen Embryo menschliche Stammzellen zu injizieren und den chimärischen Embryo in einen Tier-Mutterleib einzupflanzen. Wissenschaftler vermuten, dass sich hochpotente menschliche Zellen durchweg im Tier-Embryo verteilen und in jedem Organ niederlassen würden, wenn dieser zum Fötus heranreift . Aber ein paar Wissenschaftler sind begierig, dieses Experiment durchzuführen. Sie sagen, dass das Risiko dabei wäre, dass einige menschliche Zellen ihren Weg in die sich entwickelnden Hoden oder Eierstöcke finden könnten, wo sie zu menschlichen Spermien oder Eizellen heranwachsen könnten. Wenn zwei derartige Chimären, sagen wir Mäuse, sich paaren, würde sich ein menschlicher Embryo entwickeln, gefangen in einer Maus.
Nicht jeder stimmt überein, dass das ein schreckliches Resultat wäre. Aber andere stimmen mit dem nicht überein - wenn auch nur aus Angst vor einer öffentlichen Gegenreaktion. "Gewiss würde es eine negative Reaktion von den Menschen geben, wenn ein menschlicher Embryo am falschen Platz versucht, sich zu entwickeln." sagte Cynthia B. Cohen, eine höhere Forschungsangestellte an dem Kennedy Institute der Georgetown University of Ethics und Mitarbeiterin von Kanadas Stem Cell Oversight Committee, das eine Sperre gegen solche Experimente in Kananda unterstützt.
Wie menschlich? Aber was ist mit Experimenten, in denen die Wisschenschaftler menschliche Stammzellen nicht in einen tierischen Embryo, sondern in einen tierischen Fötus einpflanzen, der bereits seine Spermien und Eier ausgebildet hat? Dann wäre die einzige Frage, wie menschlich wir es wagen ein Geschöpf zu machen. In einer laufenden Reihe von Experimenten erschaffte Jeffrey L. Platt an der Mayo Clinic in Rochester Mensch-Schwein-Chimären, indem er Schweine-Föten menschliche blutproduzierende Stammzellen einpflanzt. Die daraus entstehenden Schweine haben sowohl Schweineblut, wie auch menschliches Blut in ihren Gefäßen. Aber es gibt nicht nur Schweineblutzellen, strikt von menschlichen Blutzellen getrennt. Einige der Zellen selbst sind ineinander übergegangen und sind zu Hybriden geworden.
Es ist wichtig gelernt zu haben, dass menschliche Zellen und Schweinezellen verschmelzen können, sagte Platt, denn er und auch andere Wissenschaftler beobachteten Transplantationen von modifizierten Schweineorganen in Menschen und fragten sich, ob es ein Risiko darstellt, dass Schweineviren die Zellen der Patienten angreifen könnten. Heute weiß man, dass dieses Risiko besteht, sagte er, denn der Virus könnte erfolgreich eindringen, wenn zwei Zellen verschmelzen. In anderen Experimenten, geführt von Esmail Zanjani, dem Vorsitzenden der tierischen Biotechnilogie an der University of Nevada in Reno, haben Wissenschaftler menschliche Stammzellen in Föten gesetzt. Das Team hat heute Schafe, deren Lebern bis zu 80 Prozent menschlich sind und all die Verbindungen aufweisen, wie auch menschliche Lebern. Zanjani's Erfolg ist die Herstellung von vermenschlichten Lebern für Menschen, die eine Transplantation benötigen. Die tierischen Teile würden vom Immunsystem abgestoßen werden, während die menschlichen Wurzeln schlagen, sagt er voraus. "Ich wüsste nicht, warum jemand Einwände gegen unsere Arbeit haben sollte" sagte Zanjani in einem Interview.
Vorteil für das Immunsystem Das vielleicht ehrgeizigste Bemühen, um Chimären nutzbar zu machen, stammt von Irving Weissman, Direktor des Stanford University Instituts für Krebs und Stammzellen Biologie und Medizin. Weissman half, die erste Maus zu erschaffen, die über ein nahezu komplett menschliches Immunsystem verfügt. Ein Tier, das sich als unbezahlbar bei Tests von neuen Medikamenten gegen den AIDS Virus erwiesen hat, mit dem normale Mäuse nicht infiziert werden können.
Vor kurzem hat sein Team menschliche Nervenzellen in einen Mäusefötus injeziert und eine Mäuse erschaffen, deren Gehirne zu einem Prozent menschlich sind. Beim sezieren der Mäuse in verschiedenen Entwicklungsstadien, konnten die Forscher sehen, wie sich die verpflanzten Zellen bewegten, wie sie sich vervielfachten und Verbindungen mit den Zellen der Mäuse herstellten. Wir haben bereits Dinge gelernt, "die wir niemals gelernt hätten, würde es ein bioethisches Verbot geben.", sagte er.
Jetzt möchte er menschliche Gehirnzellen verpflanzen, die Defekte aufweisen, welche die Parkinson Krankheit, das Lou-Gehrig-Syndrom und andere Gehirnkrankheiten auslösen und erforschen, wie sich diese Zellen verbinden. Wissenschaftler vermuten, dass sich diese Krankheiten im Erwachsenenalter herausbilden, wenn es in der Frühentwicklung zu Komplikationen kam. Wenn diese Fehler gefunden werden können, haben Forscher bessere Chancen nützliche Medikamente zu konzipieren, sagte Weissman. Diese Medikamente könnten dann an Chimären auf eine Art und Weise getestet werden, die bei Patienten undenkbar wäre. Nun denkt Weissman darüber nach, Mäuse-Chimären zu erschaffen, deren Gehirne zu 100 Prozent menschlich sind. Er beabsichtigt die Entwicklung der Mäuse genau zu beobachten. Wenn es so aussieht, dass sich deren Gehirnarchitektur merklich menschlich entwickelt - was auf einen Schimmer Menschlichkeit hinweisen könnte - könnten sie getötet werden, sagte er. Wenn sie eine normale Mäuse-Gehirnarchitektur entwickeln, können sie für die Forschung genutzt werden. Bis jetzt ist das nur ein "Gedankenexperiment", sagte Weissmann, aber wer fragt die Ethik-Gruppe der Untversität nach einer Meinung.
Kritiker der Stammzellenforschung mit menschlichen Eizellen Viele [...] sind überein gekommen, dass das Kernproblem nicht unbedingt die Erschaffung der Chimären ist, sondern vielmehr die Art, wie diese behandelt werden. Stellen sie sich folgendes vor, [...] ein Mensch-Schimpanse-Chimäre, ausgestattet mit der Fähigkeit zu sprechen und einem erweiterten Potenzial zu lernen - was viele als einen humanzee bezeichnen.
[...] Die ausgewachsenen Hühner boten ein lautstarkes Trillern dar und hatten das einzigartige Kopffotm von Wachteln, [...] Niemand hat bisher ähnliche Experimente mit, sagen wir, Menschen und Affen vorgeschlagen. Aber die Entdeckung von menschlichen embryonalen Stammzellen erlaubte es Forschern sich auszumalen, was ähnliche Experimente nicht alles über das embryonale Wachstum aufdecken könnten. Versetzen wir uns doch mal in ein solches geschaffenes Wesen: Ein Affenmensch, der genauso denken und fühlen kann wie wir. Der erste seiner Art wäre die Sensation schlechthin, würde sein Leben lang von Medien und Presse verfolgt werden und müsste somit mit der Sensationsgier und Schaulust von Millionen von Menschen fertig werden. Seine Mutter wäre wahrscheinlich ein Schimpanse. Wie würden wir uns fühlen, in der Haut einer solchen Kreatur? Haben wir das Recht solches Leben zu erschaffen und unter Umständen für tiefgehendes Leid in dem erschaffenen Wesen zu sorgen, weil es mit seiner ihm aufgezwungenen Situation nicht fertig wird? Haben wir das Recht, ein potenziell wie wir denkendes und fühlendes Wesen von vorneherein zu seelischen Komplexen und einem unwürdigen Leben zu verdammen? Gilt der Grundsatz "Die Würde des Menschen ist unantastbar." in diesem Fall eigentlich noch bzw. tasten wir diese nicht schon mit der Erschaffung eines solchen Wesens an? Zugegebenermaßen sind das alles noch Gedankenspiele, jedoch strebt die Wissenschaft - meist blind für die ethischen Aspekte der Thematik - im Allgemeinen an die Grenzen des Möglichen und findet ihre höchste Erfüllung in den Extremen, welche die Vorstellungskraft oftmals übersteigen. So kann tendenziell die Erschaffung immer menschlicherer Chimären erwartet werden. Das radikalste Experiment [...] wäre, einem tierischen Embryo menschliche Stammzellen zu injizieren und den chimärischen Embryo in einen Tier-Mutterleib einzupflanzen. Wissenschaftler vermuten, dass sich hochpotente menschliche Zellen durchweg im Tier-Embryo verteilen [...] würden [...] [...] das Risiko dabei wäre, dass einige menschliche Zellen ihren Weg in die sich entwickelnden Hoden oder Eierstöcke finden könnten [...] Wenn zwei derartige Chimären [...] sich paaren, würde sich ein menschlicher Embryo entwickeln, gefangen in einer Maus.
Nicht jeder stimmt überein, dass das ein schreckliches Resultat wäre. Zu der Frage von Ann Mc Laren im letzten Absatz kann ich nur folgende Gegenfragen stellen: Was, wenn sich nun aber ein menschlicher Embryo im Mutterleib eines Schimpansen entwickelt? Ist das auch unmöglich? Was wird dann aus diesem Menschen? Nun denkt Weissman darüber nach, Mäuse-Chimären zu erschaffen, deren Gehirne zu 100 Prozent menschlich sind. [...] Wenn es so aussieht, dass sich deren Gehirnarchitektur merklich menschlich entwickelt [...] könnten sie getötet werden [...]. Wenn sie eine normale Mäuse-Gehirnarchitektur entwickeln, können sie für die Forschung genutzt werden.
Allein die Vorstellung davon - eine Maus mit 100% Gehirn Mensch - müsste meiner Meinung nach einen Aufschrei durch die Bevölkerung gehen lassen. Ist es nicht gerade das Gehirn, das einen Menschen ausmacht? Wer kann garantieren, dass die sich "merklich menschlich" entwickelnde Gehirnstruktur auch entdeckt wird? Wer kann schon sagen, ob die Überwachung der Entwicklung der Chimären es wirklich registriert, wenn eine solche stattfindet? Könnte es nicht passieren, dass sich menschliche Gehirnstrukturen, fernab von der Wahrnehmungsfähigkeit der wissenschaftlichen Beobachtungsmethoden, so in diesen Wesen entwickeln? Meiner Ansicht nach muss hier auf jeden Fall noch eine groß angelegte Bioethik-Debatte stattfinden. Es muss zu einem Konsens kommen, der klare Grenzen definiert, welche auch per Gesetz verabschiedet werden müssen. Auch die Rechte des Tieres müssen meiner Meinung nach endlich in breiter Öffentlichkeit diskutiert werden und auch hier sollten Grundrechte aufgestellt werden, die unantastbar sind. Weitere Quelle: Der Tagesspiegel
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Wissenschaftliche Debatte über das Kreuzen von menschlichen und tierischen Lebensformen und kritische Gedanken dazu.
Kommentare
Ich behaupte, das ist das Ziel der Elite. Und ich hoffe, dass es niemals soweit kommen wird. Wir müssen die NWO jetzt aufhalten.
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