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| Information und Manipulation |
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| Geschrieben von: Armin Keller |
| Donnerstag, 08. Oktober 2009 um 21:07 Uhr |
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In Zeitschriften wie DER SPIEGEL, den unter anderem sehr viele Studenten lesen, sah man gerade in der heißen Phase des sogenannten “Kulturkampfes” zwischen Islam und Christentum viele reißerische Bilder von aufgebrachten und gewalttätigen Islamisten, von Selbstmordattentätern oder von amerikanischen Gefängniswärtern, die islamische Häftlinge foltern. Dass solche Bilder nicht gerade dazu geeignet sind, Zündstoff aus dieser spannungsgeladenen Debatte zu nehmen, scheint vielen Zeitungen egal zu sein. Ihnen geht es darum mit dieser Art von Berichterstattung viel Geld zu verdienen. Und während sie ihre “sensationellen” Bilder und Texte veröffentlichen, scheinen sie kein Verantwortungsgefühl dafür zu haben, dass sie dadurch die Menschen noch mehr gegeneinander aufhetzten. So hieß es zum Beispiel, dass “der Iran” Amerika beschimpft habe, oder dass “die Islamisten” eine Botschaft überfallen hätten. Anderswo hieß es, dass “die Amerikaner” den Irak angreifen würden. Schade nur, dass die Amerikaner, die gegen Bush und seinen Krieg waren, nicht so häufig erwähnt wurden. Warum wird in den Medien kaum erwähnt, dass es sich bei den radikalen Islamisten in den muslimischen Ländern nur um eine absolute Minderheit handelt, und dass die absolute Mehrheit der Muslime sich von diesen Menschen distanziert? Die meisten Muslime wollen, genau wie die Menschen in der westlichen Welt, ein friedliches Leben führen. Gerade in der spannungsgeladenen Zeit der Kulturdebatte wäre es wichtig gewesen, dass die Medien anhand vernünftiger Hintergrundinformationen schlichtend auf die streitenden Parteien einwirken. Was man durch Vermeiden kontinuierlich negativer Berichterstattung, so wie sie leider die meisten Medien praktizieren, erreichen kann, soll das folgende Beispiel verdeutlichen: In den USA führte vor einiger Zeit eine Universität in einer Gemeinde ein Experiment durch. Es wurde eine Zeitung ins Leben gerufen, die monatlich erschien. In dieser Zeitung wurden bewußt die jeweils positiven Aspekte der Nachrichten hervorgehoben. Man fand heraus, dass die Kriminalitätsrate in dieser Gemeinde im Zeitraum des Erscheinens der Zeitung um einen beträchtlichen Prozentsatz sank. Dieser Fall verdeutlicht die hohe Verantwortung die die Medien tragen, denn mir ihrer Berichterstattung können sie großen Einfluß auf die menschliche Psyche ausüben. Betrachten wir doch einmal die Informationen, mit denen wir tagtäglich bombardierd werden. Die meisten dieser Informationen erzeugen negative Gefühle in uns, und nicht selten entwickelt sich daraus eine pessimistische Erwartungshaltung gegenüber dem künftigen Verlauf des Weltgeschehens. Durch den Filter der so entstandenen negativen Stimmungslage betrachten wir dann die Realität. Man kann nur hoffen dass mehr Menschen die Taktik der sensationsgierigen Medien durchschauen, und zumehend auf seriöse Informationsquellen setzen werden. Der hohen Verantwortung, die die Weitergabe von Informationen mit sich bringt, sollten sich auch die religiösen Führer und die sogenannten “Vertreter Gottes” aller Religionen bewusst sein. Auf welcher Ebene auch immer eine Kritik an anderen Religionen geübt wird, ob nun in primitiver oder intellektueller Weise, darf man nie vergessen, dass religiöse Dogmen und Religionen als Institutionen vom Menschen selbst geschaffen sind, und dass die verschiedenen religiösen Schriften, je nach Interessenlage, unterschiedlich interpretierbar und auslegbar sind. Deswegen ist es nicht ausgeschlossen dass es zu Konflikten zwischen den Vetretern der verschiedenen Religionen kommt, besonders dann wenn jeder von ihnen einen Absolutheitsanspruch für seine eigene Religion erhebt. Doch welchen Sinn haben all diese Konflikte, wenn es bei ihnen letztlich nur um formelle und äußerliche Unterschiede geht, zum Beispiel wie man ein bestimmtes Ritual auszuführen, oder einen bestimmten Vers auszulegen hat? Viele Menschen verehren die religiösen Rituale, Relikte und Schriften selbst mehr als die eigentiche Botschaft Gottes, nämlich dass jeder Mensch dazu fähig ist seinen Nächsten zu lieben, und es auch tun soll. Der Mensch ehrt Gott mehr, indem er seinen Nächsten liebt so wie er ist, und nicht indem er versucht, ihn mit welchen Mitteln auch immer, zu seinem eigenen Glauben zu bekehren. Darüber kann keine Information, aus welchem Munde, und aus welcher Schrift auch immer, hinwegtäuschen. |








