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Fernsehkritik
Das satirisch-kritische TV-Magazin
| Hat Biden Israel wirklich grünes Licht für einen Angriff auf den Iran gegeben? |
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| Geschrieben von: Wolfgang Jung, Luftpost Kaiserslautern |
| Freitag, 07. August 2009 um 19:28 Uhr |
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Eine Anmerkung zu der "Erklärung aus der Friedensbewegung: Wir warnen vor den Kriegsdrohungen Israels gegen Iran" und zu der darin angesprochenen angeblichen "Falschmeldung" über Äußerungen des US-Vizepräsidenten Biden zu einem möglichen Angriff Israels Ist die Behauptung, US-Vizepräsident Joe Biden habe Israel grünes Licht für einen Angriff auf die Atomanlagen des Irans gegeben, eine Falschmeldung?
Ist die Behauptung, US-Vizepräsident Joe Biden habe Israel
grünes Licht für einen Angriff auf die Atomanlagen des Irans gegeben, eine Falschmeldung? Wortlaut der betreffenden Biden-Äußerungen aus der Niederschrift des Interviews mit abc NEWS am 05.07.09
Das lange Interview der American Broadcasting Company / abc (Infos zu abc ) wurde am 05.07.09 von George Stephanopoulus in der abc-Sendung "This Week" (Diese Woche) geführt. Nach Fragen zum US-Truppenabzug aus dem Irak und zum Ausgang der Wahlen im Iran will der Interviewer wissen, ob das Gesprächsangebot Obamas an den Iran noch gelte. Als Biden das bestätigt, geht Stephanopoulus auf Israels Angriffsdrohungen gegen den Iran ein. Wir haben diese Gesprächspassage, die sich in dem 18-seitigen Ausdruck des Interviews auf S. 4/5 befindet, übersetzt und zur besseren Lesbarkeit mit Ergänzungen in Klammern versehen; nach unserem Kommentar ist der Originaltext dieses Interview-Ausschnitts abgedruckt. Ausschnitt aus dem Biden-Interview mit abc NEWS: STEPHANOPOULOS: Mittlerweile hat (Israels) Premierminister Netanjahu ziemlich klar gemacht, dass er mit dem Präsidenten Obama darin übereinstimmt, bis Ende dieses Jahres Zeit für einen Verständigungsprozess (mit dem Iran) zu lassen. Er ist aber darauf vorbereitet, danach diese Angelegenheit in die eigenen Hände zu nehmen. Ist das so richtig? BIDEN: Sehen Sie, Israel kann für sich selbst entscheiden – es ist ein souveräner Staat – es kann selbst entschieden, was in seinem Interesse ist, und was es in Bezug auf den Iran oder auf irgendeinen anderen (Staat) tun will. STEPHANOPOULOS: Ob wir nun zustimmen oder nicht? BIDEN: (Ja), ob wir nun zustimmen oder nicht. Es ist dazu berechtigt. Jeder souveräne Staat ist berechtigt, das zu tun. Es wird ja auch von keinem anderen Staat Druck auf uns ausgeübt, um unser Verhalten und unsere Vorgehensweise zu beeinflussen. Das liegt nach unserer Meinung im Interesse der Vereinigten Staaten und gleichzeitig im Interesse Israels und der ganzen Welt. Deshalb gibt es unterschiedliche Herangehensweisen. Wenn die Netanjahu-Regierung sich dazu entschließt, einen anderen Kurs als den jetzt verfolgten einzuschlagen, hat sie das souveräne Recht, das zu tun. Wir haben uns da nicht einzumischen. STEPHANOPOULOS: Um das ganz klar zu machen, wenn Israel befindet, dass der Iran eine existenzielle Bedrohung für es ist und es deshalb dessen Atomprogramm ausschalten muss, werden sich die Vereinigten Staaten (Israels Vorgehen) nicht militärisch in den Weg stellen. BIDEN: Sehen Sie, wir können einer anderen souveränen Nation nicht diktieren, was sie zu tun und zu lassen hat, wenn sie einen Entschluss gefasst hat, wenn sie befunden hat, dass sie existenziell bedroht ist, dass ihr Überleben von einem anderen Staat bedroht wird. STEPHANOPOULOS: Sie sagen, wir könnten nichts diktieren, wir könnten (der israelischen Luftwaffe bei einem Angriff auf den Iran) aber die Überflugrechte über den Irak verweigern. Wir könnten uns einem militärischen Angriff in den Weg stellen. BIDEN: George, ich werde mich bei diesen Problemen nicht auf Spekulationen einlassen; ich kann nur noch einmal sagen, Israel hat das Recht, selbst zu entscheiden, was in seinem Interesse liegt, und wir haben das gleiche Recht und werden entscheiden, was in unserem Interesse liegt. Stephanopoulus setzt das Interview dann mit Fragen zu Nordkorea fort. Kommentar Luftpost Kaiserslautern: Die "Erklärung aus der Friedensbewegung: Wir warnen vor Kriegsdrohungen Israels gegen Iran" hat die JUNGE WELT nur in Auszügen veröffentlicht. Darin ist die Biden-Passage nicht enthalten. Den vollen Wortlaut dieser Erklärung haben wir bisher nur auf der Website des LEBENSHAUSES SCHWÄBISCHE ALB gefunden. Darin heißt es im zweiten Abschnitt: "Verbreitet wird immer noch die Falschmeldung, US Vizepräsident Joe Biden habe Israel grünes Licht für einen Angriff gegen Irans Nuklearanlagen erteilt. Inzwischen hat sich Präsident Obama deutlich gegen 'grünes Licht' ausgesprochen." Diese Auffassung wird durch die tatsächlichen Bemerkungen Bidens nicht bestätigt. Mit seinen auf mehrmaliges Nachhaken des Interviewers immer bestimmter werdenden Antworten stellt Biden Israel einen Freibrief für einen Militärschlag gegen den Iran aus. Der abschließenden Frage des Interviewers, ob die US-Streitkräfte im Irak der israelischen Luftwaffe in diesem Fall die Überflugrechte verweigern werden, weicht er aus durchsichtigen Gründen aus. Er will verhindern, dass den USA im Falle eines israelischen Angriffs auf den Iran eine vorher verabredete Komplizenschaft mit Israel nachzuweisen ist. Die US-Regierung wird natürlich dafür sorgen, dass israelische Kampfjets bei Luftangriffen auf den Iran den Irak ungehindert überfliegen können und sie beim Rückflug sehr wahrscheinlich sogar mit Treibstoff aus US-Tankflugzeugen versorgen lassen. Präsident Obama hat die Frist für eine positive Antwort des Irans auf sein Gesprächsangebot, die ursprünglich auf das Ende dieses Jahres terminiert war, inzwischen auf den Zeitpunkt der UN.Vollversammlung im September vorverlegt. Auch zu einigen anderen Formulierungen dieser in sich widersprüchlichen "Erklärung aus der Friedensbewegung" ließe sich Einiges anmerken. Wir empfehlen dazu die nochmalige Lektüre folgender LUFTPOST-Ausgaben: Luftpost Kaiserslautern vom 30.06.2009, vom 09.07.2009, vom 17.07.2009, vom 26.07.2009 und vom 29.07.2009 Wenn diese bisher kaum verbreitete "Erklärung aus der Friedensbewegung" die einzige Reaktion auf den drohenden Überfall Israels auf den Iran und die zu befürchtenden katastrophalen Folgen bleibt, dann sind die Unterzeichner der Verpflichtung, möglichst viele Menschen vor drohenden Kriegen zum Frieden zu "bewegen", in keiner Weise gerecht geworden. (Quelle: Luftpost Kaiserslautern) |







