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Das satirisch-kritische TV-Magazin
| Völkermord vergessen - Armenier entsetzt über Vertrag mit der Türkei |
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| Geschrieben von: Jakobus Dorloff |
| Sonntag, 18. Oktober 2009 um 19:52 Uhr |
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Ein neues Handelsabkommen soll die Ermordung von 1,5 Millionen Menschen vertuschen. Im Herbst 1915 sah ein österreichischer Ingenieur namens Litzmayer, der half die Eisenbahstrecke zwischen Konstantinopel und Baghdad zu bauen, etwas, dass er für eine große türkische Armee auf dem Weg nach Mesopotamiien hielt. Aber als die Menge sich näherte, begriff er, dass es eine riesige Karavane von Frauen war, die unter Beaufsichtigung von Soldaten vorangetrieben wurden. Die etwa 40.000 Frauen waren alle Armenierinnen die von ihren Männern getrennt worden waren - von denen den meisten schon die Kehle von der türkischen Gendarmerie durchgeschnitten worden war- und die auf einem genozidalen Todesmarsch deportiert wurden, auf dem (insgesamt) bis zu 1,5 Millionen Armenier starben. Konfrontiert mit ständigen Vergewaltigungen und Schlägen, hatten einige schon Gift geschluckt, auf dem Weg von ihrer Heimat in Erzerum, Serena, Sivas, Bitlis und anderen Städten im türkischen West-Armenien. "Einige von ihnen," so berichtet Bischof Grigoris Balakian, einer von Litzmayers Zeitgenossen, "waren durch das Antreiben in einem Zustand in dem sie eher wie Gerippe aussahen, eingehüllt in Fetzen, mit Haut die ledern geworden war, verbrannt von der Sonne und gezeichnet von der Kälte und dem Wind. Viele schwangere Frauen, die schwach geworden waren, ließen Ihre Neugeborenen am Straßenrand liegen, als ein Protest gegen die Menschheit und Gott." Jedes Jahr tauchen neue Beweise für diese ethnische Massensäuberung auf, den ersten Holocaust des letzten Jahrhunderts und jedes Jahr leugnet die Türkei dass sie diesen Völkermord begangen hat. Diesen Samstag jedoch - zum Entsetzen von Millionen Nachkommen der armenischen Überlebenden - plant der armenische Präsident Serg Sarkissian einem Protokoll mit der Türkei zuzustimmen, um die diplomatischen Beziehungen wieder aufleben zu lassen, die neue Gewerbekonzessionen und Öl-Beteiligungen ermöglichen sollen. Und er hat vor dies im Ausland, ohne die Würdigung seines wichtigsten Versprechens an die Armenier zu tun - der Forderung, dass die Türkei sich dazu bekennt, den Völkermord an der Armeniern begangen zu haben. Gestern in Beirut, vor dem Hotel von Mr. Sarkissian, haben tausende von Armeniern gegen das Handel-für-Verleugnung Abkommen protestiert. "Wir werden nicht vergessen," sagen ihre Plakate "Armeniens Geschichte steht nicht zum Verkauf." Sie nennen den Präsidenten einen Verräter. "Warum sollen unsere eineinhalb Millionen Märtyrer zum Verkauf angeboten werden?" fragte ein Protestler. "Und was ist mit unserem armenischen Land in der Türkei, dem Zuhause, das unsere Großeltern zurückließen? Sarkissian verkauft auch das." Die traurige Wahrheit ist, dass die 5,7 Millionen armenischen Diaspora, die heute versprengt in Russland, den Vereinigten Staaten, Frankreich, dem Libanon und vielen anderen Ländern leben, die Nachfahren der West Armenier sind, welche die ganze Grausamkeit der Brutalität des Osmanischen Reiches 1915 erfuhren. Das heutige winzige, landumschlossene Armenien - die Bevölkerung beträgt nur 3,2 Millionen und lebt dort, was früher als Ost-Armenien bezeichnet wurde - ist arm, praktiziert eine dubiose Form der Demokratie und ist tief korrupt. Es ist abhängig von den Zuwendungen seiner wohlhabenderen Vetter von Übersee; daher Mr. Sarkissians hoffnungslose Mission nach New York, Los Angeles, Paris, Beirut und Rostow am Don um sie zu überreden das Abkommen zu unterstützen, damit diese vom armenischen und türkischen Außenminister in der Schweiz unterzeichnet werden kann. Die Türken ziehen auch eine mögliche Einigung um des Gebiets Berg-Karabach in Betracht, dass Teil des historischen Armenien ist und durch armenische Milizen vor zwei Jahrzehnten von Aserbaidschan erobert wurde - nicht ohne eine gewisse ethnische Säuberung von Armeniern, sollte hinzugefügt werden. Aber es ist die Verweigerung der Jerewan Regierung das türkische Eingeständnis des Genozids zu einer Bedingung für Verhandlungen zu machen, dass die Diaspora wütend gemacht hat. "Die armenische Regierung versucht uns den Geschmack des Ganzen zu versüßen, indem Sie andeuten, dass türkische und armenische Historiker sich zusammensetzen könnten um zu entscheiden, was 1915 geschah," sagte einer der Protestler in Beirut. "Aber würden die Israelis diplomatische Beziehungen aufrecht erhalten, wenn die deutsche Regierung den Holocaust an den Juden plötzlich in Frage stellen würde und (verlangen würde), dass das Ganze nochmal von Historikern aufgearbeitet werden müsste?" Verrat lag immer in der Luft. Barack Obama war der dritte Präsident in Folge, der den armenischen Wählern versprach, dass er den Völkermord anerkennen würde, wenn er die Wahlen gewinnt - um sie dann nach der Wahl zu verraten, indem er sich weigert auch nur das Wort zu gebrauchen. Trotz gewaltiger Anprangerung in der Folgezeit des Völkermords an den Armeniern durch Lloyd George und Churchill - der erste britische Politiker, der es einen Holocaust nannte - besteht das Auswärtige Amt heute nach wie vor kleinlaut darauf, dass die "Details" des Massakers von 1915 immernoch fraglich sind. Dennoch tun sich weiterhin neue Beweise auf, sogar von den Lesern dieser Zeitung. In einem Brief eines Australiers namens Robert Davidson an mich, schrieb dieser, dass sein Großvater, John "Jock" Davidson, ein Veteran der Australische leichten Reiterei des ersten Weltkriegs, Zeuge des Genozids an den Armeniern wurde: "Er schrieb von den hunderten von armenischen Kadavern außerhalb der Mauern von Homs. Es waren Männer, Frauen und Kinder und sie waren alle nackt und wurden zurückgelassen um zu verrotten oder von Hunden aufgefressen zu werden." "Die Männer der Australischen leichten Reiterei waren entsetzt über die Grausamkeit, die diesen Menschen angetan wurde. Bei einer anderen Gelegenheit fand seine Kompanie eine Frau und zwei Kinder in abgemagertem Zustand vor. Sie deutete an, das die Türken die Kehlen ihres Mannes und ihrer zwei älteren Kinder durchgeschnitten hatten." In seinem neuen Buch über Bischof Balakian, (mit dem Titel) Armenian Golgotha, berichtet der Historiker Peter Balakian (der Großneffe des Bischofs) wie britische Soldaten, die sich den Türken in Kut al-Amara im heutigen Irak ergaben und auf ihren eigenen Todesmarsch in den Norden geschickt wurden - von den 13.000 britischen und indischen Soldaten überlebten nur 1.600 - über fürchterliche Massaker-Szenen an Armeniern in der Nähe von Deir ez-Zour sprachen, nicht weit von Homs in Syrien. "In diesen weiten Wüsten," sagte der Bischof, "trafen sie auf Berge von menschlichen Knochen, zerschmetterten Schädeln und Gerippe waren überall verteilt und (auch) zuhauf Skelette von ermordeten Kindern." Wenn die Außenminister am Samstag in der Schweiz zusammensitzen um das Protokoll zu unterzeichnen, müssten sie darauf hoffen, dass nicht Blut aus ihren Schreibern läuft. Von Robert Fisk, The Independent (freie Übersetzung: Jakobus Dorloff) |









Kommentare
v.A.
Wo sind die forensischen Beweise zur parteilosen Erkenntnissgewinnung für einen Genozid?
Schauen Sie sich mal die Fällchungen von Tessa Hoffmann´s Büchern an !!!
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